Angelika Jakobi / Joachim Crass: Grammaire du beria (langue saharienne) [PDF]

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Avec un glossaire français–beria

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ISBN 978-3-89645-136-1 Artikelnummer: 136 Kategorien: , , Schlagwörter: , , , , ,

Beschreibung

2004
XIV, 292 Seiten
1 Karte, 1 Stammbaumdiagramm, zahlreiche Tabellen und Übersichten, Namens- und Sachregister

Textsprache: Französisch

Das Beria – auch unter dem Xenonym Zaghawa bekannt – ist eine saharanische Sprache, die von etwa 150.000 Menschen in den Regionen Wadai und Darfur beiderseits der tschadisch-sudanischen Grenze gesprochen wird. Die saharanischen Sprachen bilden einen Zweig des Nilosaharanischen. Neben dem Beria gehören noch drei weitere Sprachen zum Saharanischen: das Kanuri-Kanembu in Nordost-Nigeria und im Tschadsee-Gebiet, das Teda-Daza im nördlichen Tschad und östlichen Niger und das heute ausgestorbene Berti in Ost-Dafur.

Dies ist die erste Grammatik des Beria. Sie beschreibt den Kube-Dialekt und basiert auf mehreren Feldforschungsaufenthalten im Tschad von 1998 bis 2002. Ein auffallendes Merkmal des Nomens ist, dass der Numerus ausschließlich tonal markiert wird. Das finite Verb unterscheidet bis zu zehn Strukturstellen. Diese Zahl wird oft durch morphophonologische Prozesse reduziert, denn bei der Verbalflexion treten Portmanteau-Morpheme auf, in denen Aspekt, Negation, Person und Numerus fusionieren.

Wie in den anderen saharanischen Sprachen gibt es drei Verbalklassen. Klasse I enthält ausschließlich Verben, die der semantischen Kategorie Medium angehören. Diese Medium-Verben werden obligatorisch durch ein suffigiertes Subjektmorphem der dritten Person und durch ein präfigiertes, nach Person variierendes Objektmorphem gekennzeichnet. Im Verbalsystem wird zwischen finiten Verben und Konverben unterschieden. Im Gegensatz zu finiten Verben sind die Konverben morphologisch reduziert und können nicht in satzfinaler Position stehen.

Es gibt zwei Arten von Konverben: Die eine basiert morphologisch auf dem Perfektiv und drückt hauptsächlich eine chronologische Folge von Ereignissen aus, die andere basiert auf dem Imperfektiv und drückt Finalität aus. Die Grundwortstellung ist Subjekt – Objekt – Verb. In der Nominalphrase geht das Kopfnomen dem Modifikator voraus. Für die Genitivnominalphrase gibt es zwei Konstruktionen, eine synthetische und eine analytische. Die synthetische ist insofern bemerkenswert, als der Modifikator dem Kopfnomen vorausgeht. Hinsichtlich seiner relationalen Typologie hat das Beria zum einen die Merkmale eines Nominativ-Akkusativ-Systems, zum anderen die eines Ergativ-Absolutiv-Systems. Intransitive Sätze weisen ein Split-S-System auf: Einige intransitive Verben kodieren ihr Subjekt so wie das Agens eines transitiven Satzes, andere intransitive Verben kodieren ihr Subjekt so wie ein Patiens eines transitiven Satzes. Wenn die Subjekt-Nominalphrase eines intransitiven Satzes fokussiert wird, wird sie wie eine fokussierte Patiens-Nominalphrase eines transitiven Satzes markiert.

Die Grammatik enthält überdies ein Glossar mit etwa 1.050 Einträgen sowie zwei Texte mit Interlinearglossierung.