Sigrid Schmidt: Catalogue of the Khoisan Folktales of Southern Africa-Part I: Introduction, Types, Indices, Sources (South Africa) [PDF]

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ISBN 978-3-89645-871-1 Artikelnummer: 871 Kategorie: Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Beschreibung

2013
VIII, 291 Seiten

Textsprache: Englisch

Der vorliegende Katalog liefert eine Bestandsaufnahme der Volkserzählungen dreier ethnischer Gruppen: die San (Masarwa), die Khoekhoe(n) und die Damara (Dama, Bergdama). Diese Volksgruppen gelten als die ersten Bewohner des südlichen Afrika und besiedelten diese Region lange vor der Ankunft bantusprachiger Gemeinschaften. Unterscheiden sie sich auch in ihrer jeweiligen Wirtschaftsweise (Jäger und Sammler/Viehhalter) und Abstammungslinie, so sind sie alle Sprecher einer Klicksprache der Khoisan-Sprachfamilie. Die Rehobother (die sogenannten Coloureds aus Namibia), deren Muttersprache gewöhnlich Afrikaans ist, wurden hier ebenfalls aufgenommen, da sie nicht nur viele Elemente der Khoisan-Kultur beibehalten haben, sondern stets mit der Khoisan-Bevölkerung in engem Kontakt gelebt haben.

Vergleichende Studien haben gezeigt, dass es von jeher einen steten Austausch mit und Einfluss durch benachbarte Volksgruppen gegeben haben muss. Einige Erzählungen, die von khoisan- und bantusprachigen Gruppen geteilt wurden, lassen sich bis in das frühe 19. Jh. zurückverfolgen, andere tauchen erst in neuesten Sammlungen aus der nördlichen Grenzregion auf. Das gleiche gilt für Erzählungen, die aus dem europäischen oder asiatischen Raum stammen. Viele wurden vollständig an die Khoisan-Kultur angepasst und werden als eigene historische Tradition angesehen, da sie mündlich innerhalb der Familien weitergegeben wurden. Deshalb werden in diesem Katalog altüberlieferte Khoisan-Geschichten nicht von Aneignungen späterer Epochen abgegrenzt. Es werden alle von Khoisan erzählten und mündlich überlieferten Geschichten aufgeführt. Kapitel 5 listet Geschichten auf, die unter einem offensichtlichen Herero-Einfluss stehen. Solche internationalen Ursprungs können anhand ihrer ATU-Nummer aufgefunden werden.

Das Werk, in zwei einzeln beziehbare Teilbände aufgegliedert, präsentiert mündlich überlieferte Traditionen im weitesten Sinn: nicht nur Mythen, Märchen, Trickster- und Tiergeschichten werden aufgelistet, sondern ebenso Anekdoten und Sagen, z.B. Geistergeschichten, zeitgenössische Legenden und Erzählungen die Ortsnamen erläutern. Teil I zu Himmelskörpern, göttlichen Wesen und mythischen Trickster-Geschichten und der letzte Teil, romanhafte Erzählungen und Legenden, haben detailliertere Zusammenfassungen und werden untermalt von einer beachtlichen Anzahl an volkstümlichen Erläuterungen. Der erste Teil, in welchem die alte Khoisan-Weltanschauung dokumentiert wird, soll nicht allein der Erzählforschung dienen, sondern ebenso allgemeinen Khoisan-Studien, wohingegen der letzte Teil zukünftigen Forschungen zu afrikanischen Legenden förderlich sein kann – einem Feld, auf dem es bislang noch keine speziellen Sammlungen und Studien gibt.

Kapitel 9 erfasst alle Quellen, veröffentlichte und unveröffentlichte, aus denen Erzählungen aufgenommen wurden und macht deutlich, ob es sich bei einer Erzählung um eine Originalaufzeichnung oder Reproduktion handelt. Außerdem listet der Katalog vorhandene Varianten der Erzählungen, wie sie bei benachbarten Volksgruppen der Khoisan auftreten ebenso auf wie weiterführende Literatur zu denselben. Diese Listen beruhen auf beiläufigen Sammlungen der Autorin seit vielen Jahren und erheben keinerlei Anspruch der Vollständigkeit, können aber anderen Forschern und Studenten von Nutzen sein.

Die Erzählungen, die dem Katalog unter anderen zugrundeliegen, hat Sigrid Schmidt in den zehn Bänden ihrer Schriftenreihe Afrika erzählt bei uns in den Jahren 1991 bis 2009 veröffentlicht.

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