Holger Tröbs: Sprachtypologie, TAM-Systeme und historische Syntax im Manding (West-Mande) [PDF]

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ISBN 978-3-89645-077-7 Artikelnummer: 077 Kategorien: , Schlagwörter: , , ,

Beschreibung

2009
XVI, 281 Seiten
1 Karte, 6 Grafiken, 51 Tabellen

Textsprache: Deutsch

Die Sprachen bzw. Dialekte der Gliederungseinheit Manding (Mande, Niger-Kongo-Sprachfamilie) sind eng miteinander verwandt und weisen große Ähnlichkeiten in Lexikon und Morphosyntax auf. Charakteristisch für dieses Kontinuum ist die aus typologischer Sicht seltene und daher sehr bemerkenswerte Konstituentenstruktur [S-AUX-O-V-Anderes] bzw. [S-AUX-DO-V-IO-PP]. Bei den Auxiliaren (AUX) handelt es sich um freie, invariable Portemanteau-Morpheme, die Tempus/Aspekt/Modus-Bedeutung (TAM) und Polarität in sich vereinen. Dieser Sprachtyp wird als „split-predicative“ bezeichnet, weil das Verb (V) durch das direkte Objekt (DO) vom Auxiliar mit seiner TAM-Markierung abgespalten ist.

In der Arbeit werden die strukturellen Besonderheiten des Manding durch die Beschreibung der Entstehung und Entwicklung der TAM-Systeme erklärt. Hierzu werden neben der Grammatikalisierungstheorie zwei funktional-typologische Ansätze herangezogen, die es ermöglichen, sowohl die Grundprinzipien des Manding-Sprachbaus treffend darzustellen als auch die einzelnen grammatischen Phänomene in immer größeren Zusammenhängen, d.h. in Kausalzusammenhängen, zu verstehen. Es handelt sich hierbei um Hans-Jürgen Sasses „immanent-typologischen“ Ansatz sowie um das Kölner Universalien-Projekt (UNITYP).

Unter Anwendung der oben erwähnten Theorien und Ansätze wird die Herausbildung der Split-predicate-Struktur des Manding und die damit verbundene fixe Position der Auxiliare durch das Zusammenwirken der Parameter Patiensorientierung und viewpoint (DeLancey 1982) erklärt.

Es handelt sich hier um die überarbeitete Habilitationsschrift des Autors an der Johannes Gutenberg–Universität Mainz.