2010
220 Seiten
zahlreiche Tabellen und Übersichten
Textsprache: Englisch
Das vorliegende Lehrbuch dient als Einführung in den Tuareg-Dialekt der Ahaggar- oder Hoggar-Region Algeriens, auch gesprochen in den angrenzenden Azzar- und Ahnat-Regionen. Diese Varietät wird von etwa 43.000 Tuareg-Sprechern verwendet, außerdem von etwa 10.000 Menschen jenseits der libyschen Grenze. Es handelt sich also, im Vergleich mit den Tuareg-Sprecherzahlen des Niger (etwa 1 Mill. Sprecher) oder Mali (etwa 500.000 Sprecher) um einen „kleinen“ Dialekt. Dennoch hat dieser für die Forschung eine große Bedeutung, da er im Mittelpunkt einiger der frühesten und besten Studien über die Sprache und -Kultur der Tuareg stand. Als besonders bedeutend werden hier das vierbändige Wörterbuch sowie weitere Texte von Charles de Foucauld aus dem frühen 20. Jahrhundert angesehen, die noch immer eine wichtige Informationsquelle für heutige Wissenschaftler darstellen.
Die Tuareg besitzen ein eigenes Alphabet, das Tifinagh (auch Tifinar). Es entwickelte sich aus der altlibyschen Schrift, deren Verwendung sich auf Grabinschriften beschränkte. Einige der Buchstaben lassen sich bis 150 v. Chr. zurückdatieren, beispielsweise die bedeutenden Grabinschriften des numidischen Königs Massinissa in Dougga (Nordwest-Tunesien). Im Tifinagh werden lediglich die Konsonanten notiert (sowie ein Punkt für das finale a und in einigen Fällen ein finales w oder y für u und i). Anders als beispielsweise im Arabischen, fallen selbst lange Vokale weg und werden Wörter traditionell nicht separiert. Dies erschwert selbst für Tuareg-Leser das Rezipieren längerer Texte enorm. Aus diesem Grund haben Wissenschaftler und Alphabetisierungsinstitutionen (Services d’Alphabétisation) ein Alphabet auf der Grundlage des lateinischen entwickelt. Im vorliegenden Werk wurde dieses Alphabet verwendet.
Sobald der Leser den Hoggar-Dialekt (tahaggart) beherrscht, wird es ihm leichtfallen, andere Tuareg-Dialekte zu erlernen, vor allem solche aus den Adrar-Bergen Malis (tadghaq) sowie der Region Timbuktu (tenshart oder taneslemt), die dem tahaggart ähnlich sind.