Maarten Kossmann: A Grammatical Sketch of Ghadames Berber (Libya) [PDF]

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ISBN 978-3-89645-940-4 Artikelnummer: 940 Kategorien: , Schlagwörter: , , , , , ,

Beschreibung

2013
12 Seiten römisch, 200 Seiten
zahlreiche Tabellen und Übersichten

Textsprache: Englisch

Die Oasenstadt Ghadames liegt auf der libyschen Seite des Dreiländerecks Algerien, Tunesien und Libyen. Die aktuelle Bevölkerungszahl beläuft sich auf etwa 10.000 Bewohner, von denen nicht alle zur indigenen Bevölkerung der Oase gehören. Traditionell fußt das Wirtschaftsleben auf Dattelanbau und transsaharischem Fernhandel. Die Altstadt von Ghadames, seit 1986 ein UNESCO-Weltkulturerbe, wird heut­zutage von ihren Bewohnern mehr und mehr zugunsten moderner Wohnhäuser in benachbarten Stadt­vierteln verlassen.

Die herkömmliche Sprache der Oase zählt zu den Berbersprachen und wurde bislang von zwei Forschern untersucht. Der erste war Adolphe de Calassanti Motylinski, dessen Studie Le dialecte berbere de R’edames 1904 veröffentlicht wurde. Der zweite sich ernsthaft mit dem Ghadames-Berber auseinandersetzende Forscher war Jacques Lanfry der „Weißen Väter“. Während seines Aufenthaltes von 1944–1945 sammelte er eine beträchtliche Menge an Material, das er in den 1960er-Jahren zu veröffent­lichen begann. Seit Lanfrys Werk liegen keine weiteren linguistischen Arbeiten zum Ghadames-Berber vor, und alle sich auf diese Sprache beziehenden Studien basieren auf den genannten Quellen.

Ghadames stellt eine eigenständige Variante der Berbersprachen dar, die unterschiedlichen historischen Wegen gefolgt ist als andere Angehörige dieser Sprachfamilie. Sowohl auf phonologischer als auch mor­phologischer Ebene lassen sich einige einzigartige und ungewöhnliche Merkmale finden, und obwohl ein Großteil der Syntax generellen Berber-Mustern folgt, treten auch hier auffällige Charakteristika auf. Der Wortschatz des Ghadames unterliegt einem relativ geringen Einfluss des Arabischen; so liegt die Rate der arabischen Lehnwörter in überlieferten Erzählungen bei 18%, wohingegen sie in vergleichbaren Sprachen wie Tashelhiyt und Figuig doppelt so hoch ist. Zudem gibt es eine Anzahl von erkennbaren Lehnwörtern aus dem Tuareg und Hausa.

Trotz der Wichtigkeit von Lanfrys Material hat die Sprache von Ghadames bei Weitem noch nicht die ihr gebührende Stellung innerhalb der Berber-Studien erlangt. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass die Schriften Lanfrys einerseits schwer erhältlich und andererseits seine Aufzeichnungen für einen oberflächlichen Leser schwer zu interpretieren sind. Darüber hinaus liefert Lanfry zwar eine detaillierte Beschreibung der Verbalmorphologie, vernachlässigt aber andere Bereiche, wie den der Syntax, erheblich. Aus diesen Gründen entschied sich der Autor die nun vorliegende Kurzgrammatik, basierend auf Lanfrys Material, vorzulegen.