Mathias Schladt (ed.): Language, Identity, and Conceptualization among the Khoisan [PDF]

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ISBN 978-3-89645-143-9 Artikelnummer: 143 Kategorie: Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Beschreibung

1998
503 Seiten
5 Karten, zahlreiche Graphiken und Tabellen

Textsprache(n): Englisch

Die Khoisanistik – die Erforschung der Khoisan-Völker, ihrer Kulturen und Sprachen – hatte seit ihren Anfängen im 17. Jh. einen Sonderstatus innerhalb der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Afrika inne. Verglichen mit anderen Sprachfamilien und den Kulturen ihrer Sprecher sind die Erkenntnisse über das Khoisan äußerst gering, was die Sprachen, die historischen Hintergründe und den gegenwärtigen Status betrifft.

Von den geschätzten 200 Sprachen der Khoisan-Gruppe, die vor etwa 100 Jahren existiert haben dürften, werden heute nur noch 25 bis 30 überhaupt gesprochen. Viele dieser Sprachen sind wiederum vom Aussterben bedroht, eine Tatsache, welche die dringende Notwendigkeit der Beschäftigung mit diesen Sprachen und Kulturen verdeutlicht.

Eine weitere Indikation für den unbefriedigenden Forschungsstand im Khoisan besteht in der großen Variation aller zahlenmäßigen Schätzungen. Diese Forschungslage ist niederschmetternd, da die Dokumentation einer Sprache wertvolle Rückschlüsse auf den menschlichen Verstand ermöglicht. Sie kann uns mehr über die menschliche Konzeptualisierung, über Traditionen und Geschichte mitteilen als jede Sammlung oraler oder schriftlicher Traditionen.

Bis heute waren alle Anstrengungen, den Begriff Khoisan-Sprachen auf der Basis einer genetischen Verwandtschaft zwischen den einzelnen Sprachen zu etablieren, vergeblich oder weitgehend hypothetisch. Ein weiteres Defizit der Khoisan-Forschung liegt darin, dass die wenigen Spezialisten zum großen Teil unabhängig voneinander geforscht haben, wodurch die gegenwärtige Situation des fehlenden akademischen Austausches unter den Khoisan-Forschern entstanden ist. Ein solcher Austausch würde nicht nur zu einem besseren Gesamtbild der angenommenen Sprachfamilie führen, sondern auch wertvolle Informationen über die genetischen Beziehungen der Sprachen und ihren möglichen historischen Ursprung liefern.

Im Rahmen des Kölner Sonderforschungsbereichs 389 Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika. Entwicklungsprozesse unter ökologischen Grenzbedingungen (1995–2007) ergaben sich Möglichkeiten, die oben erwähnten Probleme anzugehen. Der vorliegende Band enthält die Beiträge eines Symposiums vom 5. bis 8. Januar 1997 in Sankt Augustin bei Bonn unter dem Titel Hunter-gatherers in Transition. Language, Identity, and Conceptualization among the Khoisan.

Die zugrundeliegende Idee war es, Experten aus aller Welt zusammenzuführen, die zu verschiedenen Aspekten der Khoisan-Forschung arbeiten, und den Austausch der Forschungsergebnisse zu den verschiedenen Sprachen und Völkern/Gruppen zu erleichtern. Als Voraussetzung für die Aufrechterhaltung von langfristigen Kontakten wurde am Institut für Afrikanistik der Universität zu Köln die Zeitschrift Khoisan Forum gegründet, die einen kontinuierlichen Austausch der wissenschaftlichen Ergebnisse der Khoisanistik im weitesten Sinne ermöglichen soll.

Ein weitere wichtige Themenstellung des Symposiums bildete die Orthographie, wobei sowohl für den akademischen wie den alltäglichen Sprachgebrauch die Etablierung einer einheitlichen Orthographie für die Khoisansprachen angeregt wurde.

INHALT

Edward D. Elderkin:
Sandawe Stems

Wilfrid H.G. Haacke:
A Khoekhoe dictionary in the making – Some lexicographic considerations

Christa Kilian-Hatz / Bernd Heine:
On nominal gender marking in Kxoe

Bonny Sands:
The linguistic relationship between Hadza and Khoisan

Hessel Visser:
The phonological system of Naro

Jan W. Snyman:
An official orthography for Zu|’õasi Kokx’oi

Tom Güldemann:
The Kalahari Basin as an object of areal typology – a first approach

Henry Honken:
Types of sound correspondence patterns in Khoisan languages

Karsten Legère:
Khoisan traces in Kavango languages

Amanda Miller-Ockhuizen:
Towards a unified decompositional analysis of Khoisan lexical tone

Hirosi Nakagawa:
Unnatural palatalization in |Gui and ||Gana?

Rainer Vossen:
Forms and functions of *!’o in some Khoe languages

Megan Biesele:
Idioms of identity – Ju-|’hoan-language political rhetoric 1987–1992

Matthias Brenzinger:
Moving to survive – Kxoe communities in arid lands

Emmanuelle Olivier:
Bushman vocal music – The illusion of polyphony

Mathias Schladt:
On describing conceptual structure – Examples from Kxoe

Sigrid Schmidt:
Nama and Damara legends about Tokolossi – Historical roots and present anxieties

Anthony Traill:
Lexical avoidance in !Xóõ

Thomas Widlok:
Cognitive foundations of Khoisan common sense

Yvonne Treis:
Names of Khoisan languages and their variants