Sebastian Wenz: Repair vs. Replacement [PDF]

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Ethnografie einer Kfz-Werkstatt in Kenema/Sierra Leone

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ISBN 978-3-89645-912-1 Artikelnummer: 912 Kategorie: Schlagwörter: , , , , , , ,

Beschreibung

2015
158 Seiten
1 Farbkarte, 8 Farbfotos, 4 Grafiken, 3 Tabellen, Broschur, Anhang I: Glossar Krio-Deutsch, Anhang II: Namen und Status der Mechaniker

Textsprache: Deutsch

Anders als in Kfz-Werkstätten in Westeuropa bzw. Nordamerika werden Fahrzeuge in Sierra Leone überwiegend noch repariert (repair); nur gelegentlich werden defekte Teile durch Ersatzteile ersetzt (replacement). Im Zentrum stehen hierbei Arbeits- und Re­paraturpraktiken, die im Gegensatz zu Arbeitsprozessen in west­europäischen und nordamerikanischen Werkstätten kaum stan­dar­disiert, sondern dynamisch und kreativ, weil praxisnah und situativ, sind. Dies führt auch dazu, dass Wissen über diese Praktiken weder per Theorie noch über Lehrbücher induziert und transferiert wird.

Die vorliegende Arbeit, die auf einer ethnologischen Lehrforschung der Universität Bayreuth basiert und bei der sich der Autor der „[Handwerks-]Lehre als Feldmethode“ bediente, gibt Auf­schluss darüber, wie Lernen in einer Kfz-Werkstatt in der Stadt Kenema/Sierra Leone, dem Ort der Feldforschung, verläuft. Insofern stellt das Werk eine epistemologische Neuerung im Hinblick auf Forschungen zum Kfz-Handwerk in Afri­ka dar, da zwar bereits einige sozialwissenschaftliche Forschungen zu diesem Themenkomplex vor­liegen, diese aber überwiegend zu einem Zeitpunkt entstanden sind, zu dem die pädagogischen Kon­zepte, auf die sich der Autor beruft, noch nicht existent waren.

Zunächst werden der Rahmen der Forschung die infrastrukturellen und geografischen Bedingungen Kenemas sowie der Kontext der Nutzung von Fahrzeugen unter diesen Bedingungen skizziert (Ka­pitel I). Das zweite Kapitel ist den eigentlichen Arbeitspraktiken der Modifizierung, (Ver-)Änderung und Ausbesserung gewidmet und kontrastiert anhand des Konzepts der „sozialen Praxis“ repair (Re­parieren) mit replacement (Ersetzen). Kapitel III nimmt die Auswirkungen der regionalen Bedingungen auf die Reparaturen einerseits (etwa auf deren Qualität) und auf das soziale Gefüge innerhalb der Werkstatt andererseits in den Blick. Kapitel IV befasst sich schließlich eingehend mit der Akquisition und dem Transfer von Fachwissen – soziale Normen und Werte innerhalb einer Werkstatt einge­schlossen – in einer Ausbildungssituation ohne formale Bildungseinrichtungen.