Viktoria Kempf: Verbal Serialisation in Bezen (Southern Jukunoid) [PDF]

 39,80

Enthält 7% MwSt.
Lieferzeit: keine Lieferzeit (Download)

With a Prelude on Verbal Morphosyntax

Zum Anzeigen und Lesen von PDF-Dokumenten benötigen Sie einen PDF-Reader, z. B. Adobe Acrobat Reader oder Foxit Reader.
ISBN 978-3-89645-764-6 Artikelnummer: 764 Kategorien: , Schlagwörter: , , ,

Beschreibung

2017
XII, 139 Seiten
4 Grafiken, 2 Farbtabellen, 12 s/w-Tabellen

Textsprache: Englisch

Die vorliegende Arbeit behandelt serielle Verbkonstruktionen (SVKs) in der noch wenig erforschten südjukunoiden Sprache Bezen, die in einem Dorf im Nordwesten Kameruns von nur etwa 450 Menschen gesprochen wird (2001: SIL). Als serielle Verbkonstruktionen bezeichnet man mehrere Verben in einem Satz, die weder durch Koordinations­morpheme noch durch Subordinatoren miteinander verbunden sind. Bezen fügt sich somit in eine lange Reihe verwandter Niger-Kongo-Sprachen ein, die dieses Phänomen aufweisen.

Die Arbeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf serielle Verbkonstruktionen, vielmehr soll das Verbalsystem im Ganzen beschrieben werden. Das erste Kapitel setzt sich mit bisher veröffentlichten Werken zu SVKs in westafrikanischen Sprachen auseinander. Hier geht die Autorin auch auf die Erhebungs- und Analysemethoden ein. Im zweiten Kapitel wird das Verbalsystem beschrieben: die Aspekt- und Moduskategorien, Adver­bien, deiktische Präfixe und Negation. SVKs werden in Abgrenzung zu anderen Multiverbkonstruktionen definiert, was im dritten Kapitel behandelt wird. Hierzu zählen subordinierte und koordinierte Satzarten. Das vierte Kapitel behandelt schließlich SVKs in all ihrer Vielfalt.

Die Sprachdaten des Bezen bestätigen Aikhenvalds (2006) Typologie, die SVKs in die beiden Gruppen symmetrisch und asymmetrisch einteilt. Während in symmetrischen SVKs beliebige Verben parti­zipieren, ist in asymmetrischen SVCs zumindest ein Verb semantisch restringiert.

Asymmetrische SVKs kön­nen in weitere Untergruppen klassifiziert werden, so treten einzelne Verben in den Serialisierungen als Modi­fikatoren in Erscheinung: sie können die Eigenschaft eines vorangehenden Verbs beschreiben oder den aspektuellen Rahmen einer Handlung setzen. Semantisch subordinierte Verben führen Argumente ein, oder zeigen die Richtung einer Bewegung an. Eine Sonderform von SVKs sind Serialisierungen, in denen das Objekt des ersten Verbs zugleich als Subjekt für das zweite Verb fungiert. Die Zugehörigkeit dieser Konstruktionen zur Gruppe der Serialisierungen ist umstritten (Haspelmath 2015), werden hier jedoch auch beschrieben, da sich alle Verben die Argumente teilen.

SVKs sind bekannt dafür, dass sie als Quellen für Grammatikalisierungs- und Lexikalisierungsprozesse dienen. Die Grammatikalisierungserscheinungen, in denen Verben sich vereinzelt zu Aspektmorphemen entwickeln, werden im zweiten Kapitel behandelt. Im fünften Kapitel geht die Autorin auf Lexikalisierungs­erscheinungen ein. Lexikalisierung als Folge von SVKs tritt im Bezen in zweierlei Form in Erscheinung: zum einen als kom­plexe Verben, das sind Verben, die sich aus ehemaligen Serien entwickelt haben, und als Adverbien, die aus Koverben hervorgegangen sind.