Cécile Lux: Le tetserret, langue berbère du Niger [PDF]

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Description phonétique, phonologique et morphologique, dans une perspective comparative

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ISBN 978-3-89645-938-1 Artikelnummer: 938 Kategorien: , Schlagwörter: , , , , ,

Beschreibung

Description phonétique, phonologique et morphologique, dans une perspective comparative

2013
560 Seiten
3 Farbfotos, 4 Sonagramme, zahlreiche Tabellen und Übersichten, Anhang: 1. Carte de la région d’Akoubounou, 2. Groupes verbaux tetserret, 3. Gloses et morphèmes grammaticaux, 4. Glossaire, 5. Extraits de corpus: phrases élicitées, 6. Extraits de corpus: textes

Textsprache: Französisch

Das Tetserret ist eine der letzten unbeschriebenen Sprachen und wird in Niger von nur zwei Ethnien gesprochen. Seine soziolinguistische Situation ist in der Tat recht speziell, da es trotz der Dominanz des Tamascheq bis heute überlebt hat. Es nimmt dadurch einen recht paradoxen Platz unter den Berbersprachen ein: es wird in einer Gegend gesprochen, die es sich mit dem Tamascheq teilt, und es wurde lange einfach nur für eine Variante des Tamascheq gehalten, doch trotzdem hat es viele ursprüngliche Eigenheiten, die es ganz klar vom Tamascheq unterschieden. Überraschenderweise teilt es einige dieser Eigenheiten mit anderen Sprachen, insbesondere mit dem Zenaga, das in Mauretanien gesprochen wird und räumlich weit entfernt ist.

Diese Arbeit hat mehrere Ziele: erstens, eine detaillierte Beschreibung dieser Sprache zu liefern, und zweitens, diese Beschreibung auch mit Bezug auf andere Sprachen zu betrachten, um objektive Grundlagen für eine genauere Einschätzung für die Stellung des Tetserret innerhalb der Familie der Berber­sprachen zu finden und auch noch zusätzlich weitere auf Daten basierende Elemente hinsichtlich der Geschichte der Sprecher zu entdecken. Für diese vergleichende Studie wurden drei Sprachen ausgewählt: Zenaga, von dem vermutet wird, dass es genetisch mit dem Tetserret verwandt ist, Tamascheq, eine Sprache, die in anhaltendem Kontakt mit dem Tetserret steht, und Taschelhit, mit dem das Tetserret manchmal in Verbindung gebracht wurde.

Die Phonetik, Phonologie und Prosodie sowie die Morphologie des Tetserret werden – immer unter einem vergleichenden Blickwinkel – so detailliert wie möglich beschrieben. Durch diese Beschreibung wurde die genetische Verwandtschaft zwischen dem Tetserret und Zenaga, basierend auf objektiven Kriterien, aufgebaut. Diese Verbindung impliziert eine gemeinsame Geschichte der Sprecher und widerspricht allen vorangegangenen historischen Hypothesen. Es scheint nun recht wahrscheinlich, dass beide Sprachen von einer Restgruppe, die sich einst zwischen Niger und Mauretanien aufhielt, abgeleitet werden können. Außerdem weckt diese Studie Zweifel an der vermeintlichen Einheit der Berbersprachen, die in zwei Gruppen eingeteilt zu sein scheint: den nördlichen und den süd­lichen Sprachen.

Schlussendlich ermöglicht eine Analyse früherer Studien über die Soziolinguistik des Tetserret ein besseres Verständnis für die Gründe, wieso das Tetserret über einen recht langen Zeitraum bewahrt wurde und warum die Bereiche der Sprache, die hier beschrieben werden, besser erhalten sind als manche Teile des Vokabulars oder der Syntax. Diese Studie zeigt, wie Linguistik, Geschichte und Soziolinguistik verbunden werden können und liefert zudem wesentliche Informationen über die Sprache an sich sowie über ihre Umgebung.